Zentralgestalten

Die drei Zentralgestalten der Bahá’í-Religion

Zu den drei Zentralgestalten der Bahá’í-Religion zählen der Báb, Vorläufer und Herold der Bahá’í-Religion, Bahá’u’lláh, Stifter der Bahá’í-Religion sowie ‚Abdu’l-Bahá, Bahá’u’llahs ältester Sohn und bevollmächtigter Ausleger seiner Schriften.


 Der Báb
Der Báb, wörtlich: „das Tor“, Würdenamen des Stifters der Bábí-Religion, ’Alí-Muhammad aus Shiraz, lebte von 1819-1850. Der Báb war der Vorläufer und Herold Bahá’u’lláhs, in dessen Religion die Bábí-Religion später aufging.

Bahá’u’lláh
Bahá’u’lláh, Stifter der Bahá’í-Religion, wurde 1817, als Sohn eines Ministers am persischen Hof, geboren. Er verzichtete auf Amt und Würden und widmete sein Leben den Armen und der Verteidigung einer neuen Religion, deren Offenbarer, genannt der Báb, die nahe Ankunft des Verheißenen aller Religionen verkündete. Äußerst grausame Verfolgungen seitens der schiitischen Geistlichkeit führten zum Tod tausender Anhänger der neuen Religion und zum Martyrium des Báb (9.7.1850). Im Sommer 1852 wurde Bahá’u’lláh im Zuge einer weiteren Verfolgungswelle in ein abscheuliches Verließ geworfen. Nach vier Monaten Gefangenschaft wurde er zusammen mit seiner Familie für immer aus seiner Heimat verbannt. Zuerst nach Bagdad, dann nach Konstantinopel, nach Adrianopel und schließlich wurde er in der damaligen türkische Gefängnisstadt ’Akká in der Bucht von Haifa eingekerkert. Im weiteren Verlauf wurde die Gefangenschaft gemildert. Seinen Lebensabend verbrachte Bahá’u’lláh in einem Landhaus in der Nähe von Akka. Bahá’u’lláh verschied am 29. Mai 1892. Sein Grabmal ist der heiligste Pilgerort für die Bahá’í aus der ganzen Welt.

 ‚Abdu’l-Bahá
‚Abdu’l-Bahá (*1844), der älteste Sohn Baha’u’llahs, des Stifters der Bahá’í-Religion. Mit ihm teilte ‚Abdu’l-Bahá seit seinem achten Lebensjahr für seinen Glauben Verbannung, Haft und Kerker. Erst sechsundfünfzig Jahre später sollte er als gealterter, von Entbehrungen gezeichneter Mann im Jahre 1908 wieder die Freiheit erlangen. Trotz aller eigenen Not wurde ‚Abdu’l-Bahá bekannt als Helfer der Armen. Unablässig warb er für Toleranz und Verständigung unter den Religionen. Er war zu Gast in Moscheen, in Synagogen und Kirchen. Zu den Juden spach er von Christus, zu den Christen von Muhammad. Unermüdlich warb er für Frieden und Aussöhnung. Die Beisetzung ‚Abdu’l-Bahás im Jahre 1921 wurde zur bislang volkreichsten Demonstration gemeinsamer Betroffenheit und Trauer sämtlicher Religions- und Bevölkerungsgruppen Palästinas.