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Die Bahá’í-Religion ist eine Buchreligion. Somit können wir aus einer Fülle von Schriften zu fast jedem Tehma eine Antwort finden.

Bahá’u’lláh hat eine Fülle von Schriften hinterlassen, die weitgehend im Originaltext erhalten sind. Sie entstanden überwiegend im Laufe einer vierzigjährigen Gefangenschaft und Verbannung, während der sich der Stifter der Bahá’í-Religion der Welt größtenteils nur schriftlich mitteilen konnte. Seine Schriften gelten den Bahá’í als Offenbarungen des Willens Gottes für die heutige Zeit.
Die Schriften Bahá’u’lláhs umfassen eine Vielzahl an Texten, die sich in Ton und Länge deutlich unterscheiden. Dabei handelt es sich um Gebete, Meditationen und kurz gefasste Sinnsprüche genauso wie um Texte in mystisch gehaltener Sprache als auch um längere theologische und philosophische Abhandlungen. Unter den Schriften Bahá’u’lláhs finden sich ebenso Anleitungen und Mahnungen für einen persönlichen und gesellschaftlichen Wandel wie auch Schriften mit Gesetzen und Geboten.

Über die Offenbarungsschriften Bahá’u’lláhs hinaus gelten den Bahá’í auch die Schriften des Báb (1819-1850) als heilig. Er ist im Glauben der Bahá’í zugleich der Stifter einer eigenständigen Religion, des Bábismus, als auch der Vorläufer Bahá’u’lláhs, indem Er in Seinen Schriften Bahá’u’lláh als „Den, den Gott offenbaren wird“ ankündigte. In den neun Jahren Seines Wirkens verfasste der Báb zwar ein umfangreiches Schrifttum, weniges davon ist aber in deutscher Sprache übersetzt. Trotzdem werden in den Andachten der Bahá’í häufig Gebete des Báb gelesen.

Ebenso haben die Schriften und Reden des ältesten Sohns Bahá’u’lláhs, ‘Abdu’l-Bahá (1844-1921), Bedeutung. Er wurde von Seinem Vater zum verbindlichen Ausleger Seiner Lehre ernannt. Insbesondere von ‘Abdu’l-Bahás ausgedehnten Reisen in westliche Länder zu Beginn des 20. Jahrhunderts liegen umfangreiche Abschriften öffentlicher Reden vor, ebenso Briefe und Abhandlungen.

Auch die Schriften des Enkels ‘Abdu’l-Bahás, Shoghi Effendis (1897-1957), der Ihm als Oberhaupt der Gemeinde folgte, werden als wichtig erachtet. Mittels seiner Übersetzungen der arabischen und persischen Originalschriften ins Englische brachte er insbesondere dem Westen den Anspruch Bahá’u’lláhs und Seine Lehren näher. Seine Schriften zur Geschichte der noch jungen Bahá’í-Gemeinde, zu ihrer Organisation und dem Gemeindeaufbau, sind für die Bahá’í-Gemeinde grundlegend.

Innerhalb der Bahá’í-Gemeinde spielen auch die Briefe und Botschaften des höchsten internationalen Leitungsgremiums der weltweiten Bahá’í-Gemeinde, des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, eine Rolle. Sie werden als göttlich inspirierte Führung bei aktuellen Fragen betrachtet, die nicht von den Offenbarungsschriften erfasst sind. Sie geben auch Leitlinien für den Aufbau und die Festigung sowie die Stellung der weltweiten Bahá’í-Gemeinde in der Welt vor. Wie auch die Schriften Shoghi Effendis gelten sie nicht als Offenbarungsschriften im eigentlichen Sinne.