Die Ethik des Reichtums

Nach der Bahá’í-Lehre ist ein rechtmäßig erworbener und richtig angewandter Reichtum ehrenwert und lobenswert. Geleistete Dienste sollten entsprechend belohnt werden.

Bahá’u’lláh sagt im Tablet Tarázát:
„Das Volk von Bahá darf sich nicht weigern, jedem die ihm gebührende Belohnung zukommen zu lassen. Es muß die Begabten achten … Jedermann muß gerecht sein in seinen Reden und den Segen der Arbeit anerkennen.“

In bezug auf Zinsen aus Geld schreibt Bahá’u’lláh im Tablet Ishráqát:
„Man findet, daß die meisten Menschen hierauf angewiesen sind; denn wenn kein Zins erlaubt wäre, würden die Geschäfte gehemmt und ins Stocken geraten … Daher haben Wir als eine Gunst für die Diener verordnet, daß, so wie bei anderen Geschäftsunternehmungen, die unter den Menschen gebräuchlich sind, auch ein Nutzen aus Geld zulässig ist … das heißt, es ist den Menschen erlaubt und gilt als gesetzmäßig und rein, Zinsen für Geld zu fordern … Aber in dieser Angelegenheit muß Mäßigung und Gerechtigkeit walten. Als eine Weisheit aus seiner Gegenwart und als Annehmlichkeit für seine Diener hat es die Feder der Herrlichkeit unterlassen, hierin Grenzen zu ziehen. Wir ermahnen die Freunde Gottes, ehrlich und gerecht zu handeln, so daß dadurch die Barmherzigkeit seiner Geliebten und ihr Mitgefühl füreinander zutage treten mögen … Die Ausführung dieser Angelegenheiten ist den Mitgliedern des Hauses der Gerechtigkeit anbefohlen, damit sie den Erfordernissen der Zeit entsprechend und mit Weisheit handeln mögen.“

Aus „Bahá’u’lláh und das Neue Zeitalter“ von John E. Esslemont