Frauen

Die Stellung der Frau in der Bahá’í-Religion ist einfach zu beschreiben. Frau und Mann sind gleichwertig.

Was macht…die Ungleichheit zwischen Mann und Frau aus? Beide sind Menschen. An Fähigkeiten und Aufgaben ist jeder die Ergänzung des anderen. Den Unterschied macht allenfalls, daß der Frau die Möglichkeiten, deren sich der Mann so lang erfreute, verweigert wurden, besonders das Vorrecht der Ausbildung…

„Eine Unterscheidung, die Gott in der Schöpfung nicht vorgesehen hat, gelten zu lassen und an ihr festzuhalten, ist Unwissenheit und Aberglaube…“
‚Abdu’l-Bahá

In gewisser Hinsicht nimmt die Frau aus Bahá’í-Sicht sogar eine Schlüsselstellung ein. Viele der aktuellen Probleme in der Welt finden ihre Ursache in dem fehlenden Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern.

„Die Menschenwelt hat zwei Flügel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Nur wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen. Bleibt ein Flügel schwächlich, so ist kein Flug möglich… Erst wenn die Frauenwelt der Männerwelt … gleichberechtigt ist, kann Erfolg und Gedeihen so erreicht werden, wie es sein soll.“
‚Abdu’l-Bahá

Die Bahá’í-Gemeinden haben sehr gute Erfahrungen mit Seminaren zu diesem Thema gemacht. Beispielsweise wurden in den 70er Jahren im afrikanischen Mali Schulungen veranstaltet, bei denen sich die Teilnehmer intensiv in die Bahá’í-Schriften zur Stellung der Frau vertieften und sie mit der Realität in ihrem Land verglichen. Das Ergebnis war, dass bei der anstehenden Wahl 5 Frauen in den aus 9 Personen bestehenden Nationalen Geistigen Rat gewählt wurden, die oberste Körperschaft der Bahá’í eines Landes.

Nicht zu vergessen sei der besondere Anteil, den die Frau nach den Bahá’í-Lehren an der Friedenssicherung hat.

„Die Emanzipation der Frau, die volle Gleichberechtigung der Geschlechter, ist eine der wichtigsten, wenngleich kaum anerkannten Voraussetzungen des Friedens. Die Verweigerung der Gleichberechtigung bedeutet ein Unrecht gegenüber der Hälfte der Weltbevölkerung und leistet bei den Männern Vorschub für schädliche Einstellungen und Gewohnheiten, die aus der Familie an den Arbeitsplatz, ins politische Leben und letztlich in die internationalen Beziehungen hineingetragen werden.
Es gibt keine moralischen, praktischen oder biologischen Gründe, die eine solche Verweigerung rechtfertigten. Erst wenn die Frau in allen Bereichen menschlichen Strebens als gleichwertiger Partner aufgenommen wird, entsteht das moralisch-psychologische Klima, in dem sich der Weltfrieden entwickeln kann.“
Universales Haus der Gerechtigkeit, Die Verheißung des Weltfriedens, S.24, Bahá’í-Verlag