Gesundheit

Die Bahá’í haben ein sehr positives Verhältnis zum menschlichen Körper. Er wird als Thron der Seele angesehen, in einer Wechselbeziehung zu ihr stehend. Was dem Körper angetan wird, spürt die Seele ebenso wie er erfährt, was sie betrifft.

Da die Entwicklung der Seele zentrale Aufgabe im Leben eines Bahá’í ist, spielt die Gesunderhaltung des Körpers in den Bahá’í-Lehren eine große Rolle. In diesem Licht sind auch Bahá’í-Gesetze zur Reinlichkeit oder das Verbot von Alkohol und anderen Drogen zu sehen.

Ausdrücklich wird in den Bahá’í-Schriften auf die Bedeutung von ausgewogener Ernährung, Sport, Entspannung und Schlaf für die Gesundheit hingewiesen. Die Bahá’í haben ein sehr positives Verhältnis zum menschlichen Körper. Er wird als Thron der Seele angesehen, in einer Wechselbeziehung zu ihr stehend.

Der Mensch soll wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen, um nicht in Aberglauben abzugleiten und religiöse Lehren beachten, um nicht dem Materialismus zu verfallen. Folglich wird der Medizin große Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund des ganzheitlichen Bahá’í-Menschenbildes wird dabei auf eine umfassende Behandlung Wert gelegt, die die seelischen Bedürfnisse ebenso beachtet wie die körperlichen. Ob klassische Methoden angewendet werden oder alternative ist dem Einzelnen überlassen. Er sollte sich nur so gut wie möglich informieren und vielseitig beraten lassen.

„Erkrankungen, die auf stofflichen Ursachen beruhen, sollten von den Ärzten mit medizinischen Heilmitteln behandelt werden; solche, die geistige Ursachen haben, verschwinden durch geistige Mittel. Eine durch Kummer, Angst und nervöse Einflüsse verursachte Krankheit wird daher eher durch geistige als durch körperliche Behandlung geheilt.
Es sollten also beide Heilmethoden Anwendung finden; sie stehen zueinander nicht im Widerspruch. Du solltest deshalb auch die körperlichen Heilmittel annehmen, zumal auch sie der Barmherzigkeit und Gunst Gottes entspringen, der die ärztliche Wissenschaft offenbart hat und ins Dasein treten ließ, damit seine Diener auch aus dieser Heilmethode Nutzen ziehen. Die gleiche Beachtung solltest du auch den geistigen Heilverfahren schenken, denn sie bringen wunderbare Wirkungen hervor.“
‚Abdu’l-Bahá

Bei der Heilung von Krankheiten wird der Macht des Gebetes in den Bahá’í-Lehren besondere Bedeutung beigemessen. Gebet und materielle Heilung sollten Hand in Hand gehen.

Das Folgende ist ein Beispiel für die Fülle an Heilungsgebeten in den Bahá’í-Schriften:

„Dein Name ist meine Heilung, o mein Gott, Dein Gedenken meine Arznei, Deine Nähe meine Hoffnung und die Liebe zu Dir mein Gefährte. Dein Erbarmen ist meine Heilung und Hilfe in beiden Welten, in dieser und der künftigen. Du bist wahrlich der Allgütige, der Allwissende, der Allweise.“
Bahá’u’lláh